Rückenschmerzen sind wohl in allen industrialisierten Ländern am Vormarsch. Alleine in Deutschland leiden laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums über ein Drittel der Einwohner, die älter als 18 Jahre sind regelmäßig an Rückenschmerzen. Klar, dass eine dermaßen ausgeprägte Volkskrankheit eine passende Industrie entstehen lässt, die sich um das Wohl der Erkrankten sorgt.
Physiotherapie heißt heute das Zauberwort (früher nannte man die selbe Sache Krankengymnastik) und diese Behandlungsmethode soll die Leiden der vielen Rückenkranken lindern helfen. Doch obwohl die Physiotherapie eine Reihe von Erfolgen nachweisen kann, sind in den letzten Jahren eine Reihe von alternativen Verfahren aufgetaucht, die alle behaupten das lästige Problem lösen zu können. Ich möchte daher im folgenden Beitrag mehrere verschiedene Behandlungsansätze bei Rückenproblemen vorstellen und werde die einzelnen Techniken auch kommentieren. Die Qual der Wahl bleibt natürlich für alle Erkrankten dennoch bestehen und welche Technik man letztendlich anwenden soll, ist immer die eigene Entscheidung.
1) Physiotherapie: Die Physiotherapie ist eine westliche „Erfindung“ die zur Gänze auf der Schulmedizin beruht. Dies bedeutet natürlich, dass die Physiotherapie von allen Kassen und Ärzten anerkannt wird. (Das kann ein immenser Vorteil in vielen Fällen sein!) Inhaltlich beschäftigt sich die Physiotherapie mit Wiederherstellung, Erhaltung oder Förderung der Gesundheit. Zu ihren Gebieten gehört auch das Thema der Schmerzreduktion. Um die Ausbildung zum Physiotherapeuten zu absolvieren sollte man über die allgemeine Hochschulreife, allgemeine Fachhochschulreife oder wenigstens einen Realschulabschluss verfügen. Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst mindestens 2900 Stunden. Also keine schlechten Voraussetzungen für eine echte Heilung.
Fazit: Physiotherapie ist eine wirklich sehr streng reglementierte Sache und kann keinesfalls „nebenbei“ durchgeführt werden. Die physiotherapeutischen Methoden sind im vollen Umfang naturwissenschaftlich und schulmedizinisch abgesichert. Wer also eher zur Schulmedizin tendiert, der sollte eventuelle Rückenprobleme von Physiotherapeuten seiner Wahl behandeln lassen. In Berlin (hier kenne ich mich naturgemäß gut aus.
) gibt es eine Menge von Praxen, die Physiotherapie anbieten. Eine meiner guten Freundinnen ist auch in diesem Berecih tätig, ich poste für alle Interessierten gerne den Link zu ihrer Webseite: Physiotherapie Charlottenburg
2) Feldenkrais: Diese Technik wurde in den 70ern vom Atomphysiker (!) Moshe Feldenkrais entwickelt. Sie hat aber – interessanter Weise – mit seinem eigentlichen Beruf der Physik gar nichts zu tun. Feldenkrais hatte sich mit seiner Methode selbst kuriert, nachdem er jahrelang an einem hartnäckigen Sportunfall und nahezu kaputten Knien laborierte. Die Technik selbst ist zwar sehr naturwissenschaftlich orientiert, wird aber heute noch von vielen Ärzten und Kassen abgelehnt. Warum das so ist, ist mir nicht ganz klar, immerhin kann die Methode wirklich große Erfolge nachweisen. Die Ausbildung zum Feldenkraistrainer erfolgt nebenberuflich und dauert 4 Jahre. Vorsicht! Die Kosten werden von den wenigsten Kassen übernommen.
Fazit: Wer ein wenig experimentierfreudig ist, wird sich bei Feldenkrais sicher wohl fühlen.
Yoga:
Immer wieder hört man, dass Yoga vorzüglich gegen Rückenschmerzen helfen soll. Ich selbst kann das nicht aus Erfahrung bestätigen, habe aber festgestellt, dass wir in Berlin wahrscheinlich die weltweit höchste Dichte an Yogastudios haben. Yoga-Berlin: Das ist fast schon ein Synonym in manchen Stadtvierteln. Yoga ist ja im Grunde eine indische Bewegungs- und Meditationslehre, die nicht nur zur (wieder) Herstellung der Gesundheit dient, sondern auch wesentliche geistige und seelische Aspekte vermittelt. Dies geht dann schon ein wenig in den Bereich der Esoterik und sollte vielleicht nur von Menschen genutzt werden, die mit diesem Thema auch etwas anfangen können. Die Ausbildung zum Yogalehrer ist nicht reglementiert, im Prinzip kann sich jeder so nennen.
(Klinkt ehrlich gesagt gar nicht dolle…)
Fazit: Yoga ist wohl eher was für Esoteriker, die Gefahr, dass man einen schlechten Lehrer erwischt ist leider gegeben. Allerdings soll Yoga manchmal wahre Wunder vollbringen. Also entschieden ein Gebiet für experimentierfreudige Zeitgenossen.