Der im März 2010 vom US-Senat verabschiedete Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) geht weit über die Regelungen des Qualified Intermediary Regime (QI-Regime) hinaus.
So werden nun neben Banken und Investmentgesellschaften auch Versicherungen und viele andere Finanzmarktakteure umfasst. Diese zählen nun alle zu den sog. Foreign Financial Institutions (FFI), die von der Einführung der FATCA betroffen sind. Dazu zählen auch FFIs, die kein US-Geschäft betreiben und somit keine US-Kunden betreuen. Durch FATCA werden somit Begriffe wie Foreign Financial Institutions (FFI) oder Withholdable Payments neu eingeführt bzw. erweitert. Auch der Begriff „Account“ (Konto) wird erweitert und umfasst laut FATCA nun u.a. Einlagekonten, Depots, Beteiligungen sowie bestimmte Versicherungsverträge.
Umstrukturierung der Banken auf FATCA-Anforderungen
Für die Finanzinstitutionen bedeutet diese Erweiterung v.a. eine sehr aufwändige und kostspielige Umstrukturierung ihres IT-Bereiches. Zu den neuen Verpflichtungen der Banken zählt jetzt u.a. die detaillierte Weitergabe von amerikanischen Kundendaten an den Internal Revenue Service (IRS). Dazu zählen Name, Adresse, US-Steuernummer, Kontostand zum Jahresende, Dividenden, Zinsen sowie Veräußerungserlöse. Konkrete FATCA-Anforderungen sind weitestgehend nur den Banken bekannt – andere Finanzinstitutionen wie Versicherungsunternehmen müssen sich noch bis Ende 2011/Anfang 2012 gedulden, bis sie erste Informationen über die Umsetzungsanforderungen erfahren. Erst dann können sie mit der Umstellung beginnen, die sie in einem sehr engen Zeitrahmen schaffen müssen, da die neuen FATCA-Regelungen schon ab dem 1. Juli 2013 in Kraft treten sollen.
Hohe Ausgaben für Finanzbranche durch FATCA
Klar ist jedoch, dass FATCA eine Milliardenbelastung der Finanzbranche darstellt, da es zu einem Großprojekt der Banken in den kommenden Jahren geworden ist. Auf die deutschen Geldinstitute werden Kosten in Höhe von rund zehn Milliarden Euro zukommen; die weltweite Ausgabe liegt bei einer Billion Dollar. Im Vergleich dazu werden die erwarteten Steuermehrerlöse sehr niedrig ausfallen: es wird gerade mal mit acht Milliarden Dollar in den nächsten zehn Jahren gerechnet.